Bewertung

Allgemeine Bewertungskriterien

  • für die Bewertungskonferenzen am Ende des ersten und zweiten Semesters
  • für die aufgeschobenen Versetzungsurteile
  • für die Zulassung zur staatlichen Abschlussprüfung

Grundsätze der Bewertung

Bewertung ist ein Teil des Lernens und bringt zum Ausdruck, in welchem Ausmaß die einzelnen Schüler/innen die Lernziele und Leistungsanforderungen im Bereich der persönlichen, sozialen und methodischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung dienen, erreicht bzw. erfüllt haben. Dabei werden verschiedene Arbeits- und Lernsituationen berücksichtigt.

Jede Note soll dem/der Schüler/in als Orientierungshilfe für die Bewertung des eigenen Lernfortschritts und für die Selbsteinschätzung dienen und die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung fördern.

Die einzelne Bewertung ist ein pädagogisches Fachurteil der Lehrperson und entspricht dem Grundsatz der Gerechtigkeit und Gleichbehandlung. Die vom Klassenrat koordinierte Differenzierung und Individualisierung wird bei der Bewertung berücksichtigt.

Jede/r Schüler/in hat das Recht auf eine transparente, umgehend erfolgende und klar und deutlich mitgeteilte Bewertung. Die Bewertung erfolgt sowohl durch summative als auch durch formative Verfahren; sie hat einen vorwiegend pädagogischen Wert. Sie verfolgt das Ziel, durch die Feststellung der Kompetenzen, Fertigkeiten und Kenntnisse einerseits und durch die Feststellung der Lernrückstände andererseits, die Selbsteinschätzung zu fördern, die Bildungs- und Kompetenzniveaus zu verbessern, das Lernverhalten zu bestätigen oder zu verändern und den Bildungserfolg zu erhöhen. Bei der formativen Bewertung werden die Lernprozesse (Haltungen, Fähigkeiten, Gewohnheiten, Kenntnisse) des einzelnen Schülers/der Schülerin gemeinsam mit ihm/ihr über längere Zeitspannen hin analysiert und dazu verwendet, Lernprozesse zu verbessern. Schüler/innen lernen sowohl aus ihren Fehlern als auch aus ihren Stärken: So erwerben sie besonders nachhaltige Kompetenzen. Fehler sind Helfer, Stärken sind selbstwirksame Motivatoren. Die Lehrperson beobachtet, adaptiert den Unterricht, ermöglicht selbst kontrolliertes Lernen und gibt das Lernen fördernde Rückmeldungen. Bei formativen Bewertungsverfahren gibt die Lehrperson regelmäßig im Unterricht Informationen über die Lernfortschritte und über Stärken und Schwächen des Schülers/der Schülerin. Formative Bewertung ist Ausgangspunkt für weitere pädagogische Maßnahmen und informiert über die Differenz zwischen dem aktuellen und dem erwünschten Kenntnisstand. Ziel der formativen Bewertung ist die Verbesserung des Lernens.

Die summative Bewertung basiert auf einer Überprüfung des Lernstands eines Schülers/einer Schülerin zu bestimmten Zeitpunkten, häufig am Ende einer Lerneinheit. Methoden und Instrumente der Bewertung ermöglichen eine gut abgestimmte Wechselwirkung zwischen Selbst– und Fremdbewertung.

Kriterien für die Bewertung des Verhaltens („Verhaltensnote“)

Die Verhaltensnote wird vom Klassenvorstand nach Rücksprache mit den Lehrpersonen im Klassenrat vorgeschlagen und durch Mehrheitsbeschluss vergeben. Bei der Vergabe der Verhaltensnote werden das Verhalten im Unterricht und bei unterrichtsergänzenden Tätigkeiten und der Schulbesuch berücksichtigt, außerdem das Einhalten der Schulordnung, die Disziplin und der Einsatz für die Klassengemeinschaft sowie das korrekte Verhalten gegenüber den Mitgliedern der Schulgemeinschaft.

 

  Kriterien
Verhaltensnote 10
  • besonders aktive und interessierte Mitarbeit
  • kontinuierlicher Einsatz für die Schul- und Klassengemeinschaft
  • besonders korrektes und höfliches Verhalten
  • regelmäßiger Schulbesuch
Verhaltensnote 9  
  • aktive und interessierte Mitarbeit
  • Einsatz und Mitarbeit in der Klassengemeinschaft
  • grundsätzlich korrektes und höfliches Verhalten
  • grundsätzlich regelmäßiger Schulbesuch
Verhaltensnote 8  
  • meist korrektes Verhalten
  • einzelne Verstöße gegen die Schulordnung:
    • wiederholte Verspätungen
    • mehrere unentschuldigte Absenzen
    • eine Eintragung
Verhaltensnote 7  
  • wiederholte Verletzungen der Schulordnung bzw. der Schüler/innencharta bzw. einmaliger schwerer Verstoß
  • wiederholtes respektloses Verhalten
  • mehrere unentschuldigte Absenzen
  • mehrere Eintragungen im Klassenbuch
Verhaltensnote 6
  • Schädigung des Ansehens der Schule und der Klassengemeinschaft durch wiederholtes Fehlverhalten im Unterricht bzw. bei unterrichtsbegleitenden Veranstaltungen
  • vorsätzliche Verstöße gegen die Schulordnung, beispielsweise Beschädigung des Schuleigentums
  • mehrere schwerwiegende Eintragungen im Klassenbuch
  • Wiederholte Disziplinarmaßnahmen ohne merkbare Einsicht und Besserung
  • Ausschluss durch den Klassenrat
Verhaltensnote 5
  • Wiederholte Disziplinarmaßnahmen ohne merkbare Einsicht und Besserung
  • Wiederholte Ausschlüsse durch den Klassenrat
  • Physische und psychische Schädigung von Mitgliedern der Schulgemeinschaft
  • Begehen strafbarer Handlungen, Anleitung zu strafbaren Handlungen

Kriterien für die Bewertung der Leistung

Note 10
ausgezeichnet
Die Note 10 wird vergeben, wenn der/die Schüler/in über ein umfassendes Sachwissen verfügt und wenn er/sie dieses Wissen in einer einwandfreien Fachsprache darlegt, wenn er/sie die Fähigkeit besitzt, Querverbindungen herzustellen, und über vorbildliche persönliche, soziale und methodische Fähigkeiten und Fertigkeiten in Arbeits- und Lernsituationen verfügt (gemäß den Rahmenrichtlinien des Unterrichtsfaches).
Note 9
sehr gut
 
Die Note 9 wird vergeben, wenn der/die Schüler/in einen sehr hohen Ausbildungsgrad zeigt, der auf eine persönliche Vertiefung und gründliche Vorbereitung schließen lässt, und über die entsprechenden Kompetenzen verfügt (gemäß den Rahmenrichtlinien des Unterrichtsfaches).
Note 8
gut  
Die Note 8 wird vergeben, wenn der/die Schüler/in Sicherheit im Fach zeigt, indem er/sie Kritik- und Urteilsfähigkeit im Herstellen und Aufzeigen von Zusammenhängen unter Beweis stellt und das notwendige Detailwissen einem größeren Zusammenhang zuweisen kann (gemäß den Rahmenrichtlinien des Unterrichtsfaches).
Note 7
zufrieden stellend  
Die Note 7 wird vergeben, wenn zwar das notwendige Fachwissen vorhanden ist, aber einige (wenige) Wissenslücken und Unsicherheiten im Darlegen und Umsetzen des Lernstoffes zutage treten (gemäß den Rahmenrichtlinien des Unterrichtsfaches).
Note 6
genügend
 
Die Note 6 wird vergeben, wenn die Sachkenntnisse noch ausreichend sind, die Fachkompetenz aber auf ein eher mechanisch angelerntes Wissen schließen lässt, das kaum hinterfragt und vertieft worden ist (gemäß den Rahmenrichtlinien des Unterrichtsfaches).
Note 5
ungenügend
 
Die Note 5 wird vergeben, wenn in mehreren Kompetenzbereichen (Fachwissen, Kritik- und Urteilsfähigkeit, Sprachkompetenz, logisches Denkvermögen) Mängel zu erkennen sind, die eine positive Bewertung nicht mehr rechtfertigen (gemäß den Rahmenrichtlinien des Unterrichtsfaches).
Note 4
schwerwiegend
ungenügend
Die Note 4 wird vergeben, wenn schwerwiegende Mängel in fast allen Kompetenzbereichen und im Sachwissen vorliegen.
Note 3
sehr
schwerwiegend ungenügend
Die Note 3 wird bei äußerst schwerwiegenden Mängeln in allen Kompetenzbereichen und im Sachwissen vergeben (unter anderem bei Arbeitsverweigerung, nicht nachgewiesener Eigenleistung u.ä.).

Leistungskontrollen

Die Bewertung ist das Ergebnis eines kontinuierlichen Beobachtungsprozesses, in welchem die Lehrperson die Lernfortschritte, Lernergebnisse und Leistungen der einzelnen Schüler/innen feststellt. Vorgenommene Leistungskontrollen werden mit einer Note der gesetzlich vorgeschriebenen Notenskala bewertet.

Bei der Leistungserhebung werden nur Kenntnisse und Fertigkeiten, die im Unterricht erarbeitet und geübt wurden, geprüft; bewertet wird auch das selbstständige Vernetzen der Inhalte und die kritische Auseinandersetzung mit diesen. Prüfungsinhalte sind – wenn nicht anders mit der Lehrperson vereinbart – die bis zum Prüfungstermin behandelten Inhalte des Unterrichtsjahres.

Art und Form der Prüfung müssen vorher bekannt sein. Je nach Fach müssen unterschiedliche Formen der Leistungserhebung (schriftlich, mündlich und praktisch) in genügender Anzahl mit differenzierter Form der Leistungserhebung durchgeführt werden.

Die Anhäufung von mehreren schriftlichen Leistungskontrollen an einem Tag wird nach Möglichkeit vermieden.

Prüfungen, Tests und Schularbeiten an Tagen nach Ferien bzw. an Montagen sind nur möglich, wenn sie zwischen den Schülern und Schülerinnen und der jeweiligen Lehrperson vereinbart werden.

Weitere spezifische Angaben zu Leistungskontrollen und Bewertungskriterien der einzelnen Fachgruppen sind in den individuellen Jahresprogrammen bzw. in Vereinbarungen der Lehrpersonen mit den Schülern angeführt.

Schriftliche Lernzielkontrollen

  • finden im Ausmaß von einer bis drei Stunden statt;
  • bewerten die richtige Ausführung der gestellten Aufgabe, die Übersichtlichkeit und Form der Darstellung;
  • berücksichtigen Ausdruck, Wortschatz und sprachliche Korrektheit;
  • messen Kompetenzen, beispielsweise Hör- und Leseverständnis.

Ertappt eine Lehrperson bei einer schriftlichen Arbeit eine/n Schüler/in beim Abschreiben bzw. beim Verwenden von Unterlagen, so wird der bis zu dem Zeitpunkt verfasste Inhalt mittels Durchstreichen, Unterschrift der Lehrperson und Zeitangabe annulliert; die restliche Arbeit wird bewertet. Diese Maßnahme wird im Klassenregister vermerkt.

Mündliche Lernzielkontrollen

  • finden regelmäßig im Unterricht statt;
  • überprüfen das Verständnis des Lernstoffes und die Fähigkeit zu eigenständigem Denken und zum Transfer von Wissen;
  • überprüfen das Detailwissen und das Erkennen von Zusammenhängen;
  • berücksichtigen die sprachliche Ausdrucksfähigkeit und die Beherrschung der Fachsprache;
  • überprüfen Kompetenzen.

Praktische Lernzielkontrollen erheben/überprüfen

  • die Fähigkeit der Umsetzung von Theorie in die Praxis;
  • die Fähigkeit und die Sorgfalt im Umgang mit Geräten;
  • den benötigten Zeitaufwand;
  • die Form der praktischen Arbeit und ihrer Auswertung (beispielsweise Protokolle);
  • die grafische Gestaltung der Skizzen und Zeichnungen;
  • das Verhalten und Arbeitsweise in Teams;
  • die Beschreibung und Auswertung der durchgeführten Laborversuche;
  • Kompetenzen.

Gültigkeit des Schuljahres

Für die Gültigkeit und die Bewertung eines Schuljahres (und damit für die Versetzung eines Schülers/einer Schülerin) ist es erforderlich, dass diese/r an mindestens drei Vierteln des persönlichen Jahresstundenplans teilgenommen hat.

Wenn triftige Gründe vorliegen, kann die Schule in Ausnahmefällen davon abweichen, sofern laut Klassenratsbeschlusses trotz der Abwesenheit eine angemessene Bewertung der Schüler/innen möglich ist.

Als triftige Gründe gelten:

  • Abwesenheit aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung (ärztliches Attest und Rücksprache mit dem Erziehungsberechtigten)
  • Abwesenheit aufgrund aktiver Teilnahme im Leistungssport auf Landes- oder Staatsebene

Bei Schulwechsel eines Schülers/einer Schülerin wird die dokumentierte Abwesenheit bzw. Anwesenheit der Herkunftsschule mit einbezogen.

Bei Abwesenheit holen die Schüler/innen den versäumten Unterrichtsstoff selbstständig nach und kümmern sich um die erforderlichen Unterlagen. Nach Wiedereintritt kann der/die Schüler/in geprüft werden, allerdings nur über den Lernstoff, der bis zum Tag seiner/ihrer Abwesenheit durchgenommen wurde. Schriftliche Prüfungen sind in Absprache mit der Lehrperson am frühestmöglichen Termin nachzuholen.

Wahlfach

Die Bewertung erfolgt in beschreibender Form nach folgenden Kriterien:

  • Interesse für die Lerninhalte
  • aktive Beteiligung und Mitarbeit
  • Lernfortschritte
  • Erwerben von Fertigkeiten und Kenntnissen

Die positive Bewertung des Wahlbereichs ist für die Versetzung in die nächste Klasse und die Zulassung zur Abschlussprüfung der Oberschule nicht erforderlich. Die Bewertung des Wahlbereichs fließt als Teil des gesamten Lernfortschritts in das Schulguthaben ein.

Fächerübergreifende Lernangebote

Das Fach „Fächerübergreifende Lernangebote“ beinhaltet im ersten Biennium die Arbeit mit den übergreifenden Kompetenzen.

Die Bewertung erfolgt am Jahresende nach folgenden Kriterien:

  • Fähigkeit der Selbsteinschätzung
  • Form und Vollständigkeit der Ausführung der Arbeitsaufträge
  • Reflexionsfähigkeit
  • Sprechen über das eigene Lernen

Das Fach „Fächerübergreifende Lernangebote“ beinhaltet im zweiten Biennium und in der fünften Klasse schwerpunktmäßig einzelne Fachbereiche (maximal drei, je nach Klassenstufe unterschiedlich). Die Bewertung erfolgt durch eine einzige Ziffernnote am Jahresende durch den Klassenrat auf Vorschlag der Fachlehrer/innen der kombinierten Fachbereiche nach folgenden Kriterien:

  • inhaltliche Korrektheit
  • sprachliche Richtigkeit
  • vernetztes Denken und Herstellen von Zusammenhängen
  • Anwendung von verschiedenen Lern- und Arbeitsmethoden
  • Sorgfalt in der Ausführung
  • Kreativität in der Gestaltung
  • Kooperation und Kommunikation

Bewertung der übergreifenden Kompetenzen

Der Klassenrat vereinbart am Anfang des Schuljahres, welche Lehrpersonen für die Beobachtung und Bewertung der einzelnen Kompetenzen primär zuständig sein sollen   (zwei Lehrpersonen pro Kompetenz). Die zuständigen Lehrpersonen gelangen durch kontinuierliches Beobachten und mindestens eine Eintragung pro Semester in das vorgesehene Kriterienraster, zur Gesamtbewertung am Ende des Schuljahres. Der Klassenrat kann eventuelle Änderungen vorschlagen.

Es gibt drei verschiedene Bewertungen:

  • A: in hohem Maße erreicht
  • B: weitgehend erreicht
  • C: ansatzweise erreicht

Transparenz

Jede Bewertung und Beobachtung wird im Lehrerregister eingetragen. Jede/r Schüler/in hat das Recht zu erfahren, welche Note ihm/ihr für welche Leistung gegeben und im Register vermerkt wurde. Dies gilt auch für Beobachtungen der Mitarbeit und des Arbeitsverhaltens.

Jede Lehrperson erläutert den Schülern und Schülerinnen zu Schulbeginn, nach welchen Kriterien und Gesichtspunkten sie die Leistungen und das Arbeitsverhalten bewertet. Diese Informationen können auch dem Jahresprogramm der Lehrperson entnommen werden. Schüler/innen müssen wissen, ob bzw. wann eine Maßnahme eine Bewertung darstellt, also den Rang einer Prüfung hat.

Die Schüler/innen haben das Recht, die mündliche Bewertung unmittelbar nach der Prüfung zu erfahren; schriftliche Arbeiten werden innerhalb einer zumutbaren Frist (zwei Wochen) korrigiert und zurückgegeben.

Schularbeiten werden von den Lehrpersonen gebündelt abgegeben und archiviert.

Schüler/innen und Eltern haben jederzeit das Recht, in ihre eigenen Arbeiten (bzw. in die des Sohnes/der Tochter) Einsicht zu nehmen. Dasselbe gilt auch für Eintragungen im Notenregister.

Mitteilung an die Familien

Die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten werden im Anschluss an die Bewertungskonferenzen mittels schriftlicher Mitteilung informiert. Sie erhalten auch Informationen über die angebotenen Aufholmaßnahmen, falls Schüler/innen in einem oder mehreren Fächern eine negative Note aufweisen.

Im Frühjahr erhalten die Eltern eine Information über den aktuellen Leistungsstand und werden im Mai informiert, falls die Versetzung aufgrund negativer Bewertungen gefährdet ist.

Schlussbewertung

Die folgenden Richtlinien gewährleisten, dass sich die Klassenräte bei den Bewertungskonferenzen an einheitliche Bewertungs- und Entscheidungsrichtlinien halten (Beschluss der LR Nr. 2015 vom 05.06.2000).

Die Lehrpersonen beobachten und dokumentieren das Verhalten der Schüler/innen regelmäßig, damit der Klassenrat am Ende des jeweiligen Bewertungsabschnittes ein Gesamturteil abgeben kann.

Alle vorgeschlagenen Noten müssen auf einer angemessenen Anzahl von gleichmäßig über das Unterrichtsjahr verteilten Bewertungselementen beruhen (Schularbeiten, mündliche und praktische Prüfungen, Tests, Hausarbeiten, Projektarbeiten, Lernfortschritt u.a.) und vorschriftsmäßig im Notenregister der Fachlehrperson aufscheinen.

Die Bewertung nimmt Bezug auf die jeweils geltenden Rahmenrichtlinien des Landes und erstreckt sich auf alle Fächer und auf alle weiteren didaktischen Tätigkeiten im Rahmen der Unterrichtszeit.

Bei der Zuteilung der Fachnote werden berücksichtigt:

  • Mitarbeit und aktive Teilnahme am Unterricht (Beobachtung des Verhaltens, Art. 6 Abs. 3): Interesse, Besuch von Stützmaßnahmen, Erledigung von Hausaufgaben
  • Lernfortschritt: erfolgreiches Lernen in unterschiedlichen Lernformen
  • Sachkompetenz: fachliches Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, Kenntnisse, Beherrschung der Fachsprache, sprachliche Ausdruck- und Argumentationsfähigkeit, logisches Denkvermögen, Abstraktionsfähigkeit, Transfer
  • Methodenkompetenz: Beherrschung verschiedener Arbeitstechniken
  • Sozialkompetenz: Eigenständigkeit, Kreativität, Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit

Am Semesterende und am Ende des Schuljahres bilden die einzelnen Bewertungen im Notenregister die Grundlage für die Bewertung und Benotung im Zeugnis.

Die Schlussnote wird bestimmt durch:

  • eine angemessene Gewichtung der Einzelnoten des ersten und zweiten Semesters
  • die erfolgte Teilnahme an den von der Schule angebotenen Stützmaßnahmen und den dabei erzielten Erfolg
  • den festgestellten Lernfortschritt
  • die Reife für die nächsthöhere Klasse
  • die Aussicht, im Falle einer Versetzung, das Klassenziel im nächsten Schuljahr zu erreichen

Versetzung und Nichtversetzung

Negative Notenvorschläge werden von den Fachlehrpersonen in der Notenkonferenz durch Vorlage aller während des Schuljahrs durchgeführten Bewertungen und durch eine zusammenfassende schriftliche Beurteilung im Notenregister begründet. Die Begründung kann synthetisch sein, darf aber nicht in einer bloßen verbalen Wiederholung der zugeteilten Note bestehen. Die zusammenfassende Beurteilung der Fachlehrperson muss Hinweise auf die Schwere der ungenügenden Leistungen und die möglichen Ursachen und Möglichkeiten der Behebung dafür enthalten und wird während der Notenkonferenz mündlich vorgetragen.

Der Bericht der Stützlehrperson fließt als Bewertungselement in die Gesamtnote ein.

Kriterien für die Versetzung im Juni

Die Versetzung in die nächsthöhere Klasse erhält, wer am Ende des Unterrichtsjahres bei der Schlussbewertung in allen Fächern mindestens die Note 6 aufweist. Die Ergebnisse im Wahlfach, die Bewertung der „Übergreifenden Kompetenzen“ und der Fächerübergreifenden Lernangebote (sofern diese nicht in Fachnoten einfließen und sich ausschließlich mit Kompetenzen befassen) sind nicht versetzungsrelevant.

Kriterien für die Nichtversetzung

Schüler/innen, die am Ende des Unterrichtsjahres schwer negative Noten oder mehr als zwei negative Noten aufweisen, werden in der Regel vom Klassenrat mit begründetem Beschluss nicht versetzt, da sie nicht in der Lage sind, während des Sommers ihre Bildungslücken zu schließen, weder allein noch mit Unterstützung der Schule.

Unter Berücksichtigung der Bewertungen in den anderen Fächern, des gezeigten Einsatzes sowie der Art der bestehenden Defizite kann der Klassenrat das Urteil über die Versetzung bzw. Nichtversetzung im Ausnahmefall auf den Herbst verschieben, wenn er der Meinung ist, dass der/die Schüler/in insgesamt die Möglichkeit hat, die Defizite im Laufe des Sommers aufzuholen. Der Klassenrat kann in seiner Entscheidung auch besondere persönliche bzw. familiäre Umstände berücksichtigen, die den Lernerfolg des Schülers/der Schülerin beeinträchtigt haben.

Herbstprüfungen – Aufschub des Versetzungsurteils auf den Herbst

Für Schüler/innen, die im Juni nicht in allen Fächern mit 6 bewertet werden, beschließt der Klassenrat die Nichtversetzung bzw. das Aufschieben des Beschlusses auf den Herbst. Dabei wird berücksichtigt, ob der/die Schüler/in die Aussicht hat, im Laufe des Sommers die vorhandenen Lücken zu schließen (durch den Besuch der angebotenen Stützmaßnahmen oder durch Selbststudium) und das Bildungsziel und die Lernziele der besuchten Klasse im Herbst zu erreichen.

Berücksichtigt wird auch, ob der/die Schüler/in die Fähigkeit hat, das eigene Lernen selbstständig und nach den mit der Fachlehrperson vereinbarten Richtlinien zu planen und zu gestalten.

Der Bericht der Stützlehrperson fließt als Bewertungselement in die Gesamtnote ein. Bedacht wird auch die Situation in anderen Fächern.

Nichtklassifizierung

Eine Nichtklassifizierung muss auf Vorschlag der Fachlehrperson mit Beschluss des Klassenrates vorgenommen und begründet werden (außergewöhnlich viele Absenzen, Leistungsverweigerung, gezielte Prüfungsverweigerung). Die Nichtklassifizierung am Ende des Schuljahres in auch nur einem Fach zieht automatisch die Nichtversetzung mit sich. Lehrpersonen, die bei den Bewertungskonferenzen eine Nichtklassifizierung vorschlagen, begründen diese ausführlich in ihrem Register.

Zulassung zur Abschlussprüfung

Laut DPR Nr. 122 vom 22.06.2009 sind nur jene Schüler/innen zur Anschlussprüfung zugelassen, welche in allen Fächern – auch im Verhalten – eine positive Bewertung aufweisen.

Bewertung des Betriebspraktikums

Die Rahmenrichtlinien des Landes für die Festlegung der Curricula sehen vor, dass die Schüler/innen im Laufe der fünf Jahre die Möglichkeit erhalten, mindestens ein zweiwöchiges Praktikum zu absolvieren.

Mit dem Praktikum sollen die Schüler/innen einen ersten direkten Einblick in die Beruf- und Arbeitswelt erhalten und ihre Stärken und Interessen finden und erproben. Der Klassenrat legt zu Unterrichtsbeginn den organisatorischen Rahmen für die Durchführung fest.

Der Beobachtungs- und Bewertungsbogen der Bezugsperson (des Tutors/der Tutorin) im Betrieb berücksichtigt bei der Bewertung Elemente wie erster Eindruck, Umgangsformen, Arbeitsweise, Selbstständigkeit, Arbeitstempo, Arbeitsqualität, Auffassungsgabe, Arbeitshaltung, Genauigkeit, Ordnung, Sauberkeit, Interesse, Eigeninitiative, Teamfähigkeit, Einsatz, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. Außerdem werden die praktischen Fähigkeiten, die fachliche Eignung sowie die Sprachkenntnisse in der Erst- und Zweitsprache bewertet.

Für die Schüler/innen der Fachoberschule für Bauwesen werden die Erfahrungen des Praktikums in einer Unterrichtseinheit (vier Stunden) im September aufgearbeitet.

Die Schüler/innen des Realgymnasiums, die ein Betriebspraktikum absolvieren, erhalten eine Bewertung des/der Verantwortlichen der Praktikumsstelle sowie eine Teilnahmebestätigung der Schule.

Bewertung der Schüler/innen mit besonderem Bildungsbedarf

Der Klassenrat erstellt für Schüler/innen mit besonderem Bildungsbedarf einen Individuellen Bildungsplan (IBP). In diesem werden Befreiungs-, Förder- und Ausgleichsmaßnahmen sowie Lernziele festgelegt. Die Maßnahmen betreffen alle von der Störung betroffenen Unterrichtsbereiche und werden auch bei Leistungsüberprüfungen während des Schuljahres und bei der Abschlussprüfung berücksichtigt.

Die im IBP definierten Ziele dienen als Grundlage für die Bewertung der Schüler/innen und bewegen sich innerhalb der Kompetenzziele, die in den Rahmenrichtlinien des Landes für die Oberschule festgelegt sind. Nur in Sonderfällen kann nach Absprache mit den Eltern und dem Sanitätsbetrieb zieldifferent gearbeitet und bewertet werden. Im Zeugnis scheint kein Hinweis auf besondere Unterrichtsmaßnahmen und differenzierte Bewertungskriterien auf.

Bewertung der Schüler/innen mit Migrationshintergrund

Für Schüler/innen mit Migrationshintergrund wird vom Klassenrat ein Personenbezogener Lernplan (PLP) erstellt. Dieser berücksichtigt die Ausgangslage der Schüler/innen und nennt die Lernziele und die Maßnahmen zu deren Erreichung. Die Bewertung der Schüler/innen erfolgt auf der Grundlage der im PLP festgelegten Lernziele mit besonderem Augenmerk auf den Lernfortschritt.

Die Erstellung eines Personenbezogenen Lernplanes ist je nach Bedarf auch für mehrere Jahre vorgesehen, da die Fortschritte der Schüler/innen sehr unterschiedlich sein können. Im ersten Semester der Einschulung in Italien ist es möglich, die Schüler/innen in einzelnen Fächern nicht zu bewerten.

Die Schüler/innen mit Migrationshintergrund besuchen außerhalb der Unterrichtszeit von den Sprachenzentren angebotene Sprachkurse. Der Klassenrat berücksichtigt bei der Bewertung die von den Lehrpersonen des Sprachkurses übermittelten Beobachtungen.

Im Zeugnis wird nicht vermerkt, dass nach einem PLP gearbeitet wurde.

Schul- und Bildungsguthaben in der dritten, vierten und fünften Klasse

Bei der Endbewertung der Abschlussprüfung wird auch der Notendurchschnitt der letzten drei Schuljahre mit einbezogen.

Von den 100 Punkten, die man bei der Schlussbewertung erreichen kann, werden maximal 25 Punkte vom Klassenrat zugewiesen, und zwar aufgrund des Schulguthabens aus den letzten drei Jahren.

Je nach Notendurchschnitt können bis zu 8 (3. und 4. Klasse) bzw. bis zu 9 (5. Klasse) Punkte zugewiesen werden.

Grundlage ist folgende Tabelle; M ist das arithmetische Mittel bei der Schlussbewertung des jeweiligen Schuljahres (Notendurchschnitt).

 

Notendurchschnitt Bewertung der Schullaufbahn
  3. Klasse 4. Klasse 5. Klasse
M = 6 3-4 3-4 4-5
6 < M <7 4-5 4-5 5-6
7 < M < 8 5-6 5-6 6-7
8 < M < 9 6-7 6-7 7-8
9 < M < 10 7-8 7-8 8-9

 

Für die Berechnung der Schulguthaben zählen:

Notendurchschnitt: nach Kommastelle des Durchschnitts
Schulinterne Aspekte: + 0,4 für jeden schulinternen Aspekt
Bildungsguthaben: + 0,4 für jedes anerkannte Bildungsguthaben

 

Für die Schulguthaben werden auch schulinterne Aspekte berücksichtigt, die sich nicht in den Fachnoten niederschlagen, beispielsweise besonderer Einsatz in schulischen Gremien, bei der Öffentlichkeitsarbeit und im Schulsport, Mitarbeit im ZIB und erfolgreiche Teilnahme an der Begabtenförderung sowie an schulischen Wettbewerben.

Das Bildungsguthaben kann dem Schulguthaben hinzugefügt werden, allerdings nur innerhalb der maximalen Punkte, die zugewiesen werden können.

Das Bildungsguthaben bezieht sich auf außerhalb der Schule erworbene Qualifikationen (kulturelle und künstlerische Tätigkeiten, Fremdsprachenprüfungen, Berufserfahrung etc.) Diese Aktivitäten stellen, soweit sie mit dem Schultyp in Zusammenhang stehen, das Bildungsguthaben dar und müssen durch Unterlagen (Zeugnisse, Besuchsbestätigungen, …) belegt werden.

 

Folgende Tätigkeiten werden als Bildungsguthaben anerkannt:

Art der Tätigkeit Mindestanforderung Bestätigung
Zweisprachigkeitsprüfung
C 3.Kl., A oder B 4. und 5.Kl.
Sprachzertifikate
  Bestätigung
ECDL-Führerschein   Bestätigung
Fort- oder Spezialisierungskurse an öffentlich anerkannten Institutionen 3 Wochen od. 25 Std.
Sprachkurse: mind. 40 Std.
B2-C1 Niveau
Kursbestätigung (mit 75% Anwesenheit)
Berufs- und Arbeitserfahrung (der Ausrichtung der Schule entsprechend, nicht im elterlichen Betrieb) 1 Monat Bestätigung des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin mit genaueren Angaben
Musikkurse, künstlerische Leistungen u. ä. mind. 40 Std. Bestätigung, Teilnahmeerklärung
Musikalische Leistungen, Besuch des Konservatoriums einjährige Verpflichtung Bestätigung
Sportliche Leistung Platz 1 – 6 bei Landes-, Regional-, Italienmeisterschaften
Regelmäßiges Training und Teilnahme an Meisterschaften
Bestätigung oder Diplom
Tätigkeit als Trainer/in einjährige Verpflichtung Bestätigung
regelmäßige Mitarbeit mit Fortbildung als freiwillige/r Helfer/in bei Sozialdiensten ca. 60 Std. Bestätigung
Mathematikolympiade, Talenttage oder vergleichbare Wettbewerbe Platzierung Bestätigung
Modellierungswoche   Teilnahmeerklärung
Aktive Mitarbeit in der Schulgemeinschaft gesamtes Schuljahr Bestätigung
Ehrenamtliche Tätigkeit   Bestätigung

 

Die Unterlagen dürfen sich nur auf Tätigkeiten beziehen, die im laufenden Schuljahr durchgeführt wurden.
Im Sommer erworbene Berufs- und Arbeitserfahrungen werden als Bildungsguthaben für das kommende Schuljahr anerkannt.

Richtlinien für die Abfassung von Facharbeiten und Schwerpunktthemen

Die Regelung für die staatliche Abschlussprüfung sieht vor, dass Schüler/innen den mündlichen Teil der Prüfung mit einem von ihnen selbst organisierten Beitrag beginnen. Damit dieser gelingt, hier in aller Kürze einige Hinweise.

Die gesetzliche Grundlage für die Facharbeit bzw. das Schwerpunktthema ist in der Ministerialverordnung vom 11. 02. 1999, Nr. 38, Art. 16 bzw. in deren Übertragung durch das Schulamt gegeben:

"Das Prüfungsgespräch beginnt mit einem vom Kandidaten gewählten Thema oder mit der Vorstellung von Untersuchungen und Projekten, auch multimedialer Art. Zu diesen Untersuchungen und Projekten zählt auch die Vorstellung von Facharbeiten, welche die Kandidaten/innen unter der Anleitung von Lehrpersonen vorbereitet haben." (Deutsches Landesschulamt: INFO : Die neue Abschlussprüfung. Sonderausgabe Juni 2003, Seite 79)

Das Schwerpunktthema

Schüler/innen der Abschlussklasse wählen es frei, erarbeiten es im Laufe des Schuljahres selbstständig,   vertiefen es und bereiten es zur Präsentation am Beginn der mündlichen Prüfung vor. Für diese Präsentation sind bei der Abschlussprüfung zehn Minuten vorgesehen. Die Prüfungskommission der Abschlussprüfung bewertet die Präsentation und die Fähigkeit des Kandidaten/der Kandidatin, auf weiterführende Fragen einzugehen.

Die gewählten Themen sollen mit den Bildungszielen der Schule und der Abschlussklasse in Einklang stehen, müssen sich aber nicht dezidiert auf die Inhalte des letzten Schuljahres beziehen. Der gewählte Themenschwerpunkt gibt dem Kandidaten/der Kandidatin die Möglichkeit, sich der Kommission in Bezug auf persönliche Interessen, Schwerpunkte in der Begabung und im Engagement, aber auch im Hinblick auf Selbstständigkeit und Kommunikationsfähigkeit vorzustellen. Deshalb sollten in der Wahl des Themas vor allem diese Faktoren zum Tragen kommen. Schüler/innen können bei der Themenfindung, Gliederung, Materialsuche und bei der Ausarbeitung des Themas von den Lehrpersonen der Klasse beraten werden. Um diese Betreuung sinnvoll zu gestalten, ist es notwendig, dass sich Schüler/innen bereits im ersten Semester an eine Lehrkraft wenden und dass Termine und Abmachungen, die bezüglich der Arbeit getroffen werden, verbindlich sind.

Die schriftliche Präsentation:

Dazu wurden auf Schulebene folgende Vorgaben formuliert:

Zum persönlichen Schwerpunkt soll eine schriftliche Kurzfassung erstellt werden (im Umfang von ca. 5 Seiten), die den Grundanforderungen wissenschaftlichen Arbeitens entspricht (Zitierweise, Umgang mit Materialien, Sekundärliteratur) und der Kommission vor Prüfungsbeginn vorliegt.

Sie setzt sich aus folgenden Elementen zusammen:

  • Titelblatt (Name der Schule, genaue Themenstellung, Name des Kandidaten, Datum)
  • Aufbau und inhaltliche Gliederung
  • Abstract: Zusammenfassung der inhaltlichen Schwerpunkte mit eigenen Worten
  • Angaben zur Arbeitsweise und zur Motivation
  • Verwendete Materialien, Bibliographie

Diese detaillierte Variante stellt eine gute Basis für eine gelungene Präsentation dar.

Wer keine Betreuung in Anspruch nimmt und die ausführlichere schriftliche Fassung des Schwerpunktthemas nicht einbringen möchte, muss eine schriftliche Kurzfassung nach dem oben angeführten Muster vorlegen.

Wenn möglich, können die Facharbeiten und Schwerpunktthemen in einer Unterrichtsstunde der Betreuungslehrperson oder im Rahmen einer Beratungsstunde präsentiert werden.

Die Facharbeit

Eine Facharbeit steht nicht in direktem Zusammenhang mit der Präsentation. Aber auch wer eine Facharbeit schreibt, muss an die Präsentation als eigenen Bereich denken und sie sorgfältig vorbereiten.

Eine Facharbeit ist eine schriftliche Arbeit im Umfang von etwa 15 Seiten, welche die Schüler/innen zum wissenschaftlichen Arbeiten hinführen soll. Sie soll in wissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen einführen (Zitierweise, Umgang mit Materialien, Sekundärliteratur, Aufbau der Arbeit), stellt jedoch keine ausgesprochen wissenschaftliche Arbeit dar. Die Interessen des Verfassers/der Verfasserin und persönliche Standpunkte können somit in die Arbeit einfließen.

Das Thema sollte möglichst aus einem oder mehreren Lernbereichen der Fächer der Abschlussklasse stammen. Die Facharbeit sollte eine Verknüpfung mit Lern-inhalten, Methoden und/oder Zielen des Abschlussjahres erlauben.

Die Bewertung der Facharbeit obliegt der betreuenden Lehrperson und ist Teil der Semesterbewertung.
Sie richtet sich nach folgenden Kriterien:

  1. Bewertung des Arbeitsprozesses:
    Konzept
    Zeitplan
    Reflexion
    Ausarbeitung
  2. Bewertung des Ergebnisses:
    Vollständigkeit
    leserfreundliche Gestaltung

Inhalt und Aufbau:

  • Wie wurde die Thematik erfasst?
  • Wurden eigenständige Überlegungen angestellt?
  • Wurden wissenschaftliche Arbeitstechniken angewandt?
  • Sind Quellenverweise und -angaben korrekt?
  • Ist die Arbeit klar, übersichtlich und logisch gegliedert?

Sprachliche Aspekte:

  • Wird die Fachsprache korrekt verwendet?
  • Ist der Text verständlich, grammatikalisch korrekt und adressatenbezogen formuliert?

Aufbau:

Eine Facharbeit besteht – wie wissenschaftliche Arbeiten allgemein – in der Regel aus folgenden Teilen:

  • Titelblatt
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung: Knappe Erläuterung der Fragestellung, Angaben zur persönlichen Motivation und zur Methode
  • Hauptteil: Ist in Kapitel unterteilt und enthält eine relativ umfassende Auseinandersetzung mit der Thematik
  • Schluss: Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse und eventuell eine persönliche Meinung
  • Literatur- und Quellenverzeichnis und gegebenenfalls Anhang (Dokumente, Illustrationen, Auswertungen etc.)

Das Projekt

Bei der Abschlussprüfung können auch Projekte aus technischen Fächern präsentiert werden. Deren Bewertung fließt in die jeweiligen Fachnoten ein.

Aufbau:

  • Titelblatt
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung: Erläuterung der Aufgabenstellung, Angaben zur persönlichen Motivation und zu Methoden und Vorgangsweisen
  • Projekt: ausführliche Ausarbeitung, Darstellung der Ergebnisse (in objektiver und subjektiver Betrachtung)
  • Schlussfolgerung und zu Grunde liegende Normen, eventuell eine persönliche Meinung
  • Anhang: Illustrationen und/oder Auswertung, verwendete Quellen, eventuell Vor- oder Nachwort

Tutor/in:

Die tutorielle Begleitung sieht vor:

  • Beratung bei der Themenwahl
  • Beratung bei Auswahl und Beschaffung von Materialien
  • Unterstützung bei der Planung des Arbeitsprozesses
  • Regelmäßige, individuelle Gespräche über Zwischenergebnisse
  • Anleitung für gegebenenfalls erforderliche Überarbeitungsprozesse

Beratungsgespräche sind verbindlich und werden terminlich festgelegt. Dabei ist es Aufgabe und Ausdruck der Selbstständigkeit der Schüler/innen, diese Termine mit den betreuenden Fachlehrern abzusprechen und sie einzuhalten. Die Fachlehrerin oder der Fachlehrer dokumentiert die Betreuungsgespräche.

Termine

Für das Schwerpunktthema:

  • 30. April: Die vorläufige Ausarbeitung liegt der Lehrperson (Tutor) vor, die sie betreut hat. Sie überprüft sie und macht eventuell Vorschläge zur besseren Gestaltung.
  • 10. Mai: Endgültiger Abgabetermin. Zu diesem Zeitpunkt muss die schriftliche Ausarbeitung dem Klassenlehrer vorgelegt werden. Spätere Abgaben werden nicht berücksichtigt.
  • 10. Mai: Endgültiger Abgabetermin auch für die Kurzfassung.

Für die Facharbeit:

  • 28. Februar: Die Gliederung wird der Lehrperson ausgehändigt, die die Arbeit betreut.
  • 30. April: Endgültiger Abgabetermin

Für das Projekt:

  • 30. April: Endgültiger Abgabetermin

Rechtsquellen:

Ministerialverordnung Nr. 90 vom 21.05.2001
Ministerialdekret Nr. 80 vom 03.10.2007
Ministerialverordnung Nr. 92 vom 05.11.2007
Gesetz Nr. 1 vom 11.01.2007
DPR Nr. 122 vom 22.06.2009
Landesgesetz vom 24.9.2010, Nr.11  (Neuordnung der Oberstufe) 
Beschluss der Landesregierung vom 13.12.2010, Nr. 2040 (Rahmenrichtlinien Gym. und FO dt. Schule)
Beschluss der Landesregierung vom 10.04.2012, Nr. 533 (Rahmenrichtlinien
2. Biennium und 5. Klasse der Fachoberschulen dt. Schule)
Beschluss der Landesregierung Nr. 1020 vom 4. Juli 2011 (abgeändert mit Nr. 164/2012)
Beschluss der Landesregierung Nr. 658/2014 (Auslandsjahr)
Beschluss der Landesregierung Nr. 4250/2008 (Zweitsprachjahr)
Gesetz vom 8. Oktober 2010, Nr. 170 (Neue Bestimmungen im Bereich spezifischer schulischer Lernstörungen)
Beschluss der Landesregierung Nr. 1056 vom 15. Juli 2013 (RS des Schulamtsleiters Nr. 31/2013, Inklusion)
Beschluss der Landesregierung Nr. 1798 vom 3. Dezember 2012 (RS des Schulamtsleiters  Nr. 47/2012, Förder- und Aufholmaßnahmen)