Disziplinarordnung

Das Verhaltensbild aus der Schülercharta

Korrekt im Sinne der Schülercharta verhält sich der/die Schüler/in, der/die…

  • Achtung vor sich selbst hat und respektvoll die Persönlichkeit anderer anerkennt;
  • das Schulgebäude und die Einrichtung – im Sinn eines gemeinsamen Eigentums – wie persönliches Gut schont;
  • mit den Mitgliedern der Schulgemeinschaft in der Schule und bei den schulbegleitenden Veranstaltungen aktiv zusammenarbeitet;
  • die Lehrpersonen, die Direktorin, das Verwaltungspersonal und das andere nicht unterrichtende Personal in der Ausübung der beruflichen Aufgaben und Pflichten respektiert;
  • sich an die organisatorischen Vorschriften und die Sicherheitsbestimmungen hält;
  • regelmäßig und pünktlich den Unterricht und die schulischen Veranstaltungen besucht und mit Einsatz lernt;
  • sich den Prüfungen und Bewertungen stellt;
  • sich nicht ohne Erlaubnis vom Schulgelände entfernt;
  • Abwesenheiten mit stichhaltiger Begründung rechtfertigt;
  • die persönliche Meinung in angemessener Form äußert;
  • sich demokratisch am Schulleben beteiligt;
  • die schulischen Gesetze und Verordnungen sowie die Entscheidungen der Schulgremien beachtet.

(Die Reihung der Punkte folgt dem Text der Charta.)

Verhaltensweisen, die als Disziplinarverstöße gelten

Verhaltensweisen gelten im Sinne der Grundsätze der Schülercharta als Disziplinarverstöße,

  • wenn sie die für die Qualität der Dienstleistung nötige Ordnung stören. Dazu gehören die Einhaltung der Schulordnung und darüber hinaus alle Verhaltensweisen, die den ungestörten Ablauf des Schulbetriebes gewährleisten und eine unbeschwerte Entfaltung des Gemeinschaftslebens erlauben.
  • wenn sie das Prinzip der Achtung der Person und der Umwelt verletzen. Darunter fallen Verletzungen ethischer Werthaltungen sowie demokratischer und juridischer Grundsätze, die für die individuelle Position und für das soziale Miteinander von tragender Bedeutung sind. Als Extremfall gelten Straftaten, die eine Gefahr für die Unversehrtheit von Personen darstellen.
  • wenn sie Ausdruck mangelnder oder verweigerter Mitarbeit sind. Mitarbeit als Grundhaltung und Ausdruck der Lernbereitschaft liegt im Bereich der persönlichen Entscheidung für die Schule und für die Ausbildung. Durch die Einschreibung trifft der/die Schüler/in mit der Schule eine Bildungsvereinbarung und verpflichtet sich zur Mitarbeit und zu regelmäßigem und pünktlichem Schulbesuch. Die ist eine Voraussetzung dafür, dass die Schule ihrer Aufgabe nachkommen kann. Wenn der/die Schüler/in offensichtlich und wiederholt diese Pflichten verletzt, d. h. getroffene Vereinbarungen einseitig bricht und eingegangene Verpflichtungen nicht erfüllt, wird dieses Verhalten disziplinär relevant.

Verstöße gegen die in der Schulordnung angeführten Pflichten der Schüler/innen sowie gegen die angeführten Schulregeln ziehen Disziplinarmaßnahmen nach sich. Diese dürfen die Persönlichkeit des Schülers/der Schülerin nicht verletzen. Sie sind angemessen sowie zeitlich begrenzt und beeinflussen die Leistungsbewertung in keiner Weise. Disziplinarmaßnahmen betreffen immer nur Einzelpersonen; sie müssen sinnvoll und, soweit möglich, dem Prinzip der Wiedergutmachung verpflichtet sein.

Vor der Verhängung einer Disziplinarmaßnahme erhält der/die betroffene Schüler/in (wie von der Schülercharta vorgesehen) Gelegenheit, seine/ihre Gründe darzulegen.

Übersicht über etwaige Maßnahmen und die dafür zuständigen Organe

Verhaltensweisen Maßnahmen zuständiges Organ
unpünktliches Erscheinen im Unterricht
  • mündliche oder schriftliche Mitteilung an die Eltern
LEHRPERSON

mindestens drei unentschuldigte Absenzen
Nichteinhaltung von Gesprächs- und Verhaltensregeln sowie Verstoß gegen die Fairness
Störung des Unterrichts
  • mündliche oder schriftliche Mitteilung an die Eltern
LEHRPERSON   
mutwillige Beschmutzung und Beschädigung des Schulgebäudes bzw. der Schuleinrichtung sowie von Materialien
  • Eintragung ins Klassenbuch
  • Verpflichtung zum Ersatz
SCHULFÜHRUNGSKRAFT
mangelnde Rücksichtnahme auf das Wohl der Gemeinschaft sowie Verstoß gegen die Schulordnung
  • Eintragung ins Klassenbuch
  • Gespräch Lehrperson – Schüler/in
  • Einladung der Eltern zum Gespräch
LEHRPERSON
Wiederholte Nichterfüllung schulischer Pflichten
  • Arbeitsaufträge mit pädagogischem Inhalt
Wiederholte Störung durch Fehlverhalten
  • Ermahnung, evtl. Eintragung ins Klassenbuch
LEHRPERSON    
anhaltende negative Einstellung zu schulischen Pflichten: Verweigerung von Prüfungen, Nichteinhaltung von Terminen, wiederholtes Vergessen von Unterlagen
  • Aussprache der Betroffenen mit der Schulführungskraft
  • schriftliche Benachrichtigung und Einladung der Eltern zu  einem Gespräch
  • Ausschluss von unterrichtsbegleitenden Tätigkeiten
  • Eintragung ins Klassenbuch
KLASSENRAT
mit Eltern- und Schülervertretern
und -vertreterinnen
LEHRPERSON
SCHULFÜHRUNGSKRAFT



Nichtbefolgung von Anweisungen einer Begleitperson bei unterrichtsbegleitenden Tätigkeiten
fahrlässiger Umgang mit der Sicherheit und der Gesundheit der Mitschüler/innen
unerlaubtes Verlassen der Klasse oder der Schule während des Unterrichts oder der Pause
  • Eintragung ins Klassenbuch
LEHRPERSON
SCHULFÜHRUNGSKRAFT
Fälschen von Unterschriften und Urkundenfälschung (vorbehaltlich der Möglichkeit, eine Strafanzeige vorzunehmen)
  • Eintragung ins Klassenbuch
  • schriftliche Benachrichtigung und Einladung der Eltern zu einem Gespräch
LEHRPERSON
SCHULFÜHRUNGSKRAFT
wiederholter Verstoß gegen die Schülercharta oder die Schulordnung
  • Ausschluss vom Unterricht (nach Ermessen des Klassenrates von einem bis zu fünfzehn Tagen)


KLASSENRAT
mit Eltern- und Schülervertretern
und -vertreterinnen





mutwillige Gefährdung der eigenen Sicherheit und der Schulgemeinschaft
jede Art von Gewaltanwendung gegenüber Mitschülern und Mitschü-lerinnen und Lehrpersonen sowie Schulpersonal
Diebstahl, vorbehaltlich der Möglichkeit, eine Strafanzeige vorzunehmen

Allgemeine Bestimmung zu den Disziplinarmaßnahmen

Umwandlung des Ausschlusses in eine erzieherische Maßnahme: Schüler/innen, gegen die ein ein- oder mehrtägiger Ausschluss verhängt wurde, haben immer die Möglichkeit, einen Antrag mit Begründung auf Umwandlung des Ausschlusses vom Unterricht in eine erzieherische Maßnahme (Arbeitsaufträge mit pädagogischem Inhalt) zugunsten der Schulgemeinschaft zu stellen. Der Antrag muss innerhalb von zwei Schultagen ab Kenntnisnahme des Ausschlusses bei der Schulführungskraft eingereicht werden. Die erzieherische Maßnahme zugunsten der Schulgemeinschaft wird vom Klassenrat bestimmt und ist grundsätzlich der Art und Schwere des Vergehens angemessen.

Die schulinterne Schlichtungskommission

Die interne Schlichtungskommission setzt sich aus zwei Lehrervertretern bzw. -vertreterinnen, einem/r Schülervertreter/in, einem/r Elternvertreter/in und der Schulführungskraft zusammen.

Sie ist mit mindestens drei anwesenden Mitgliedern beschlussfähig.

Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden der Kommission. Sie wird jährlich neu bestellt.

Die Schlichtungskommission ist für Rekurse gegen sämtliche Disziplinarmaßnahmen zuständig. Der Antrag muss vom/von der betroffenen Schüler/in (bei Minderjährigkeit von dessen/deren Eltern) innerhalb von drei Schultagen nach Kenntnisnahme der Disziplinarmaßnahme an die Schlichtungskommission gestellt werden.

Außerdem entscheidet die Schlichtungskommission auf Anfrage des/r Schüler/in oder jedes Betroffenen über Streitfälle, die aus der Auslegung der Schülercharta an der Schule entstanden sind.

Gegen Beschlüsse über den Ausschluss eines Schülers/einer Schülerin kann innerhalb von drei Schultagen nach Erhalt der Mitteilung bei der schulinternen Schlichtungskommission rekurriert werden. Diese trifft nach der Durchführung eines verpflichtenden Schlichtungsversuchs die endgültige Entscheidung.