1955

Auf Ansuchen des ersten Südtiroler Landeshauptmanns Karl Erckert genehmigt das Unterrichtsministerium in Rom für das Schuljahr 1955/56 die Errichtung einer 1. und einer 2. Klasse der Geometer-schule.  Diese Klassen sind zunächst als eigene Fachrichtung der seit 1947 bestehenden deutschsprachigen Handelsoberschule in Bozen (unter Direktor Franz Weger) angeschlossen.

Acht Schüler schreiben sich in die 1. Klasse ein, sechs bestehen die Eignungsprüfung, um in die 2. Klasse einzusteigen.

1959

Die fünf Schüler der ersten Maturaklasse der Schule legen zusammen mit zwei Privatisten die Abschlussprüfung ab.

Mit dem Schuljahr 1959/60 ist die Geometerschule eine eigen-ständige Schule, teilt sich aber weiterhin die Direktion mit der Handelsoberschule (ab 1972 unter Direktor Fritz Maurer, ab 1980 unter Alois Stofner).

1960

Im Sommer 1960 legt die erste Frau die Abschlussprüfung an der Bozner Geometerschule ab. Schülerinnen bleiben in den folgenden Jahren allerdings die Ausnahme: In den ersten zwanzig Jahren des Bestehens der Schule schließen insgesamt lediglich 15 Frauen die Geometerschule ab.

1979

Mit Beginn des neuen Schuljahrs ist die Geometerschule an einem eigenen Sitz in der Fagenstraße angesiedelt; das 1996 wegen Platzmangels aufgestockte und 2000 um neue Laborräume er-weiterte Gebäude beherbergt bis heute die Fachoberschule für Bauwesen.

1993

Mit der Ernennung eines eigenen Direktors für die Geometerschule (zunächst in Gestalt von Karl Plunger und ab 1994 in jener von Josef Hofer) wird die Schule vollkommen eigenständig.

1994

Die Landesregierung benennt die Geometerschule nach Peter Anich (1723–66), dem bedeutenden Tiroler Landvermesser und Kartographen, bei dessen Kartenwerk „Atlas Tyrolensis“ (vollendet von seinem Mitarbeiter und Schüler Blasius Hueber) es sich um die erste auf einer geodätischen Vermessung basierende Karte Tirols (im Ausmaß von fast fünf Quadratmetern) handelt.

2004

Nachdem Franz Josef Oberstaller und Gebhard Kirchler die Geometerschule jeweils nur für ein Schuljahr geleitet haben, wird 2004 Erwin Fischer zum Direktor der Geometerschule ernannt.

2013

Die Geometerschule und das Realgymnasium werden zusammen-gelegt.

1967

Auf Wunsch vieler Eltern und auf der Grundlage eines 1966 herausgegebenen Ministerialrundschreibens mit der dringenden Empfehlung, an humanistischen Gymnasien „Sektionen wissenschaftlicher Lyzeen“ zu schaffen, richtet Oswald Sailer, der Direktor des Humanistischen Gymnasiums „Walther von der Vogelweide“ in Bozen, 1967 ein entsprechendes Ansuchen an das Unterrichtsministerium in Rom. Da sich die Stadt Bozen weigert, für dieses Vorhaben auch nur einen Raum zur Verfügung zu stellen, erklärt sich nach einer Unterschriftenaktion und diesbezüglicher Berichterstattung in den Medien der Landesausschuss bereit, alle anfallenden Kosten zu übernehmen.

Mit Beginn des Schuljahrs 1967/68 gibt es in der Südtiroler Landeshauptstadt endlich ein deutschsprachiges „Wissenschaftliches Lyzeum“ als Sektion des Humanistischen Gymnasiums. Schon im ersten Jahr ihres Bestehens hat diese Sektion 34 Schülerinnen und Schüler, im folgenden Schuljahr sind es 83 und im Schuljahr 1970/71 bereits 240 – es beginnt eine lange Geschichte der Platznot und der räumlichen Notlösungen (teilweise sogar mit Schichtunterricht einzelner Klassen an Vor- und Nachmittagen).

1972

Im Sommer 1972 tritt die erste Abschlussklasse des Wissenschaftlichen Lyzeums zur Matura an; alle 31 Angetretenen werden für reif erklärt.

Mit Beginn des Schuljahrs 1972/73 ist das Bozner Wissenschaftliche Lyzeum eine eigenständige Schule, teilt sich jedoch die Schulleitung zunächst weiterhin mit dem Humanistischen Gymnasium, welches im selben Schuljahr – nunmehr mit Marjan Cescutti als Direktor – seinen neuen Sitz in der Grieser Armando-Diaz-Straße bezieht.

1973

Das Schuljahr 1973/74 bringt für das Wissenschaftliche Lyzeum die vollständige Eigenständigkeit – mit Ferdinand Patscheider als eigenem Direktor – mit sich. Die Schwierigkeiten bezüglich der Unterbringung der stetig größer werdenden Zahl an Schüler/innen halten auch in den folgenden Jahren an.

1977

Nach der Fertigstellung des vom Architekten Marcello Aquilina entworfenen Neubaus in der Fagenstraße 10 in Gries kann das Wissenschaftliche Lyzeum endlich einen eigenen Sitz beziehen, in dem alle Schüler/innen unter einem Dach Platz finden. Im Schuljahr 1977/78 sind es 368 Jugendliche und junge Erwachsene, die an der Schule (mit zu diesem Zeitpunkt achtzehn Klassenräumen) eingeschrieben sind.

1978

Der Schulrat beschließt die Benennung der Schule nach Raimund von Klebelsberg, der als anerkannter Naturwissenschaftler Südtiroler Herkunft (er wurde in Brixen geboren) dafür bestens geeignet erscheint. Der Geologe, Hochgebirgs- und Gletscherforscher Raimund Wilhelm Werner von Klebelsberg zu Thumburg (1886-1967), nach dem auch ein Gletscher in der Antarktis benannt ist, lehrte von 1919 bis 1958 an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck und war 1933/34 sowie 1942– 45 Rektor derselben. Was man zum Zeitpunkt der Schulbenennung nicht weiß oder nicht in Betracht zieht, ist die Tatsache, dass Klebelsberg schon frühzeitig nationalsozialistisches und antisemitisches Gedankengut unterstützt und sich in der Zeit des Nationalsozialismus den Machthabern intensiv angedient hatte. Er saß im Hauptausschuss des „Deutschen und Österreichischen Alpenvereins“, als dieser bereits 1924 beschloss, jüdische Mitglieder auszuschließen und sogar die Bewirtung von Juden auf Alpenvereinshütten zu verbieten. Klebelsberg befürwortete 1938 den Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich öffentlich und verfügte am Tag der Hinrichtung von Christoph Probst (an der Innsbrucker Universität immatrikuliertes Mitglied der berühmten deutschen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“), dass dieser „dauernd vom Studium an allen deutschen Hochschulen ausgeschlossen“ sein solle.

1979

Nach einem einjährigen Zwischenspiel unter Direktor Keifl übernimmt Peter Ortner mit Beginn des Schuljahrs 1979/80 die Leitung der Schule.

1994 bis 2001

Nach einem entsprechenden Beschluss der Landesregierung im April 1990 (der in der Folge mehrmals ergänzt wird) beginnen 1994 umfangreiche Umbauarbeiten am Sitz des Wissenschaftlichen Lyzeums. Die Arbeiten an dem vom Architekten Christoph Mayr Fingerle geplanten Umbau des Schulgebäudes erfahren durch den Konkurs einer Baufirma und eine weitere Bauvertragsauflösung mehrjährige Unterbrechungen, bis sie schließlich 2001 fertiggestellt werden können.

2000

Nach langen, intensiven und auch medial ausgefochtenen Diskussionen wird im Mai 2000 unter Direktor Georg Mühlberger beschlossen, auf die Benennung nach Raimund von Klebelsberg zu verzichten und sich auch keinen anderen Namen zu geben.

2013

Das Realgymnasium und die Geometerschule werden zusammen-gelegt.